Heizung- und Lüftungskonzept

Donnerstag, 9 Juli, 2015 - 00:07

Heizung- und Lüftungskonzept

Da wir leider schon Erfahrungen mit Schimmel machen mussten, wollten wir unbedingt eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL). Außerdem freuen  wir uns auf permanent frische Luft im Haus, z.B. auch morgens im Schlafzimmer. (Nachtrag: Dieder Vorteil ist wirklich toll. Als wir die Lüftungsanlage mal aus technischen Gründen 2 Tage aus hatten, merkte man erst, wie schnell die Luft schlecht wird.) Da dezentrale KWLs in jedem Raum Verbindungslöcher zur Außenwelt haben und daher im Verruf stehen, dass man den Straßenlärm drinnen deutlich hört, haben wir uns für eine zentrale KWL mit Wärmerückgewinnung entschieden, die wohl auch Pluspunkte bei der KfW-Berechnung bringt.

Es sei angemerkt, dass es bei einer zentralen KWL sehr wichtig ist, rechtzeitig zu planen, wo die Lüftungskanäle vom Lüftungsgerät in die einzelnen Geschosse und einzelnen Räume geführt werden. Nicht dass man sich am Ende ärgert, weil irgendwo Räume zugunsten von Lüftunskanälen verkleinert oder durch hässliche Abkofferungen abgewertet werden müssen (siehe hier).

Weiterhin sollte man drauf achten, dass ein ausreichend großer Schalldämpfer eingelant wird. Helios empfiehlt eine Länge von 100 cm. Bei uns sind es nur 42 cm und wir sind unzufrieden mit der Lautstärke.

Bei einer zentralen KWL funktioniert die Lüftung quer durch das ganze Haus. Nachdem uns eine Baufirma ankündigte, man bräuchte hierfür Spalte von bis zu 2 cm unter den Innentüren, hatten wir auch hier Sorge mit dem Schallschutz, dieses Mal innerhalb des Hauses. Eine sogenannte "Zargenlüftung" - eine sehr einfache und wirkungsvolle Maßnahme - sollte hier Abhilfe schaffen. Bei Interesse einfach mal den Begriff bei Google eingeben oder hier schauen: http://www.bauweise.net/grundlagen/technik/lueftung/uberstroem/ueberstroem.htm Leider wurde letzten Endes von Gemünden die Zargenlüftung doch nicht umgesetzt, die Spalte unter den Türen sind da, die Größe der Spalte gerade noch akzeptabel.

Nachtrag: Im Nachhinein sind wir sehr glücklich, dass wir uns für eine KWL entschieden haben, auch wenn es anfangs einige Problem gab (Lautstärke, Absinken der Luftfeuchtigkeit). Die Details, wie sich die KWL in der Praxis bewährt hat, kann man hier nachlesen.

Bei der Auswahl des Heizungssystems spielten für uns die Kosten eine große Rolle und zwar die Gesamtkosten nach 20 Jahren. Weder die günstigste Heizung, die durch hohe Verbräuche unwirtschaftlich wird, noch die verbrauchsarme High-Tech-Heizung, deren Mehrpreis nie eingespart wird, kam für uns in Frage. Eine Hilfe bei der Entscheidung waren für uns die Musterrechnungen auf http://www.heizungsvergleich.de/

Die Entscheidung brachte, die Tatsache, dass die BAFA ab April 2015 für Neubauten mit Wärmepumpen mit einer berechneten Jahresarbeitszahl (JAZ) von mindestens 4.5 eine Förderung von 4.500 € vergibt. Daher entschieden wir uns für eine Wärmepumpe mit Geothermie (Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen die geforderte JAZ nicht). Besonders aufgeschlossen waren wir gegenüber Erdkollektoren bzw. Erdwärmekörben, die kostengünstig in geringer Tiefe (1.5 Meter bzw. 1-4 Meter) verlegt werden, aber es sollte sich raustellen, dass kein Heizungsanbieter das anbieten wollte, entweder weil sie das prinzipiell nicht machen, oder weil unser Grundstück zu klein sei.

Nachtrag Mai/Juli 2016: Unser Antrag  auf BAFA-Förderung (4.500 € Förderprämie für eine Wärmepumpe mit einer berechneten JAZ von mindestens 4.5) vom August 2015 wurde Ende Mai 2016 von der BAFA abgelehnt mit der Begründung, mit dem Vorhaben wäre bereits vor der Antragsstellung begonnen worden, weil im Hausbauvertrag das konkrete Wärmepumpenmodell bereits Vertragsbestandteil gewesen sei. Ich kann nur jedem Bauherren raten, keinen Bauvertrag zu unterschreiben, bevor nicht der BAFA-Antrag raus ist, selbst wenn die Baufirma behauptet, das wäre kein Problem. Ein mit Gemünden gemeinsam eingereichter Widerspruch hat dann Anfang 2016 Juli doch noch eine Zusage erwirkt. Bis zur Überweisung der Fördersumme sollte es dann allerdings noch bis März 2017 dauern.

Das Fassungsvermögen des Warmwasserspeichers beträgt 165 Liter. Das ist etwas wenig, andererseits heizt die Heizung auch sehr schnell nach (10-20 Minuten). Dumm nur, wenn man gerade in der Sperrzeit des Energieversorgers ist (2x am Tag für 90 Minuten), dann ist nach einer Badewanne das Wasser nicht mehr heiß.

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