Baufirmen, die schlüsselfertig bauen, haben eigene Konzepte entwickelt, nach denen sie bauen und von denen sie nur ungern abweichen: Aufbau des Kellers, der Wände und des Dachs, Auswahl der Zulieferer (Heizung, Lüftung, Fenster, Treppen, Türen, Sanitär,...), Auswahl der Handwerksbetriebe, usw. Wer also diese Dinge selbst planen möchte, sollte nicht schlüsselfertig bauen. Außerdem sind Eigenleistungen bei schlüsselfertigen Angeboten oft nur in den letzten Ausbaubereichen (Wand- und Bodenbeläge) möglich. Und nicht zuletzt sind schlüsselfertige Angebote oft teurer als Architektenhäuser.
Auf eine Empfehlung hin wendeten wir uns an die Architektin Frau Schuster (Schuster Architektur Ingelheim), die anhand von Grundrissen, die wir selbst erstellt hatten, und unser im letzten Abschnitt genannten Wunschausstattungsliste folgende Pläne entwarf. Dabei setzte sie sehr gut unsere Vorstellungen um und brachte auch gute Ideen für Detail-Verbesserungen ein.
In mehreren Besuchen von Musterhauszentren haben wir viele Musterhäuser besichtigt und verglichen, wie groß die einzelnen Räume jeweils gestaltet waren. (Aha, das ist also ein 8-qm-Bad, das erscheint uns eher zu klein usw.) So wussten wir bald, welches Zimmer wie groß sein musste, damit die Raumgröße unseren Vorstellungen nahe kam. Verschiedene Dächer (Form, Kniestock, Dachneigung) konnten wir von außen und innen begutachten und auch bezüglich der Ausstattung konnte man schon mal ein paar Ideen sammeln:
Fündig geworden sind wir bei der Grundstückssuche schließlich in Budenheim im Neubaugebiet. Nach 2.5 Jahren auf der Warteliste konnten wir schließlich ein EFH-Grundstück kaufen. Uns wäre wegen des günstigeren Kaufpreies anfangs auch ein DHH-Grundstück recht gewesen, aber da hätten wir nicht die freie Wahl der Baufirma und der Bauform gehabt, also wesentlich weniger Gestaltungs- und Verhandlungsmöglichkeiten. Umso zufriedener mit unserer Entscheidung für ein EFH waren wir, als wir gehört haben, dass die DHH, die als Bauträgerlösung von Gemünden Bau gebaut bzw.
Ich kann nur jedem empfehlen, der einen festen Job angenommen hat, sich in allen Gemeinden in der Umgebung auf Interessentenlisten für Baugrundstücke setzen zu lassen. Wir standen 3.5 Jahre auf einer solchen Liste, bevor wir mit Bauen auf einem auf diese Weise erworbenen Grundstück beginnen konnten.
Vom Rohbau bis zum Einnbau von Dach, Fenster und Trockenbauwänden wird nach Plan gebaut, selten tauchen Fragen auf. Richtig gefragt ist man als Bauherr auf der Baustelle aber nicht. Wir haben eher 1-2 mal pro Woche kurz vorbeigeschaut (evtl. auch abends oder am Wochenende), weil sich vor allem im Rohbau relativ schnell optisch etwas tut und man den Fortschritt bestaunen kann.
Im Innenausbau wird die Präsens des Bauherren zunehmend wichtiger.
Bestandsimmobilien haben den großen Nachteil, dass die Erwerbsnebenkosten wesentlich höher sind. Auf eine Objektsumme von z.B. 400.000 € fallen inkl. Makler, Grunderwerbsteuer und Notar ca. 50.000 € Gebühren an. Bei einem Grundstück von 150.000 €, das ohne Makler weggeht, sind es nur rund 10.000 €. Wenn einem die Bestandsimmobilie dann trotzdem noch günstiger vorkommt, dann gibt sich das meistens, wenn die Renovierungskosten wie bei fast jeder Renovierung doch viel höher ausfallen als geplant. Der Preis für ein neues Haus ist zumindest besser zu kalkulieren als eine Renovierung.
Wie groß die monatliche Belastung sein darf, diese Frage kann einem keiner beantworten. Also haben wir versucht, selbst anhand unserer individuellen finanziellen Situation zu rechnen. Wichtige Punkte waren