Wie alles angefangen hat...

Freitag, 25 Oktober, 2019 - 00:00

Wie alles angefangen hat...

Im November 2017 unternahmen wir den ersten Anlauf zum Hausbau. Wir saßen mit einem der bekanntesten Fertighausherstellen- Verkäufer an einem Tisch und bastelten ein Kataloghaus mit unseren Wünschen zurecht. 3 Monate nervtötende Zeitverschwendung später unterschrieben wir einen Vertrag den wir etwa 6 Monate später wieder kündigten. Warum? Unser vorhandenes Grundstück was dem Fertighaushersteller zu speziell, es wurde unzählige Mehrkosten plötzlich angekündigt und was am Schluss unser Haus kosten würde blieb bis zuletzt unbekannt. Lange Rede kurzer Sinn, nach der Trennung von diesem Unternehmen waren wir schwer depremiert und einiges ärmer. Mitlerweile war unser zweites Kind geboren und wir wollten vom Haustraum einfach nicht abkommen.

Es musste doch möglich sein, wenn man schon ein super Grundstück (wenn auch in einer bereits bebauten Gegend) besitzt, ein Haus darauf errichten zu lassen.

Nachdem keines der typischen Kataloghäuser (wir haben uns 16 Hausanbieter angeschaut) uns komplett gefiel, lag der Gedanke nahe erstmal, und das können wir nur jedem empfehlen!, erstmal darüber nachzudenken was man alles will und braucht. Nicht die eigenen Bedürfnisse ans Haus anzupassen weil es sonst tausende und zehntausende € zu teuer wird, sondern ein Haus nach den Bedürfnissen zu planen und zwar von der Bodenplatte angefangen.

Selbst, als Bauingenieur, sein Haus zu entwerfen liegt eigentlich auf der Hand. Warum wir das nicht vorher gemacht haben? Zeit, Kinder und die Naivität das auch ein Fertighaus reicht.

Über mehrere Monate wurde aus einer Handskizze eine CAD Zeichnung, aus groben Längen wurden konkrete Maße und aus einer bloßen 2D Zeichnung die Vorstellung vom eigenen Haus.

Ein Baugrundgutachten und eine Vermessung hatten wir bereits beim ersten Anlauf veranlasst und konnten nun damit sowie mit unserer Konkreten Vorstellung angebote von Häuslebauern einholen. Und ja, es gibt nicht nur Fertighaushersteller. Es gibt unzählige Unternehmen, die Einfamilienhäuser errichten, sogar mit eigenen Leuten und nicht unzähligen Subs die man als Bauherr* erst kennt wenn sie wieder weg sind.

Mit unseren Plänen und Vorstellungen haben wir mehrere Unternehmen im Raum Thüringen angeschrieben mit der Bitte um Angebotserstellung für genau dieses Haus. Einige haben gar nicht geantwortet, es hat in der momentanen Bausituation ja auch kaum einer nötig. Von 3 Unternehmen bekamen wir ein Angebot. Eine Besichtigung des Baugrundstückes und der Zuwegung (die in unserem Fall tatsächlich in der kalkulation bedacht werden sollte) war unsere Grundvoraussetzung. Was das erste Bauunternehmen bzw. der Fertighausgeneralunternehmer für überflüssig hielt, wurde hier als Kalkulationsgrundlage angesehen.

Die 3 Angebote unterschieden sich im Bereich von etwa 50.000€ und man sollte hier bedenken, jeder hat für exakt den gleichen Grundriss ein Angebot erstellt. Für exakt das gleiche Haus wollte der teuerste Anbieter etwa 1/6 mehr an Scheinchen als der Billigste. Vergleichen lohnt sich, auch wenn das billigste Angebot nicht immer das Beste ist.

Nachdem jeder Unternehmer uns eine Baubeschreibung zukommen lies, fingen wir an zu vergleichen. Der ein oder andere hatte Verbesserungsvorschläge an unserem Grundriss, die teilweise wirklich Geschmackssache sind. An der Stelle gilt immer die Überlegung, wer zieht ein? Das Bauunternehmen, der Architekt oder vielleicht doch der Bauherr*?

Letzten endes entschieden wir nach dem Baugefühl, welcher Anbieter hatte scheinbar wirklich Lust mit uns zu bauen, welche Leistungen erhalten wir für die Preise und wie ist die Argumentation des Unternehmens auf Rückfragen von uns. Entscheidend war auch das Wort eines Bausachverständigen den wir für eine wirklich humane Summe den Vertrag prüfen liesen.

Im April 2019 unterschrieben wir also den bauvertrag*, diesmal mit vollständigen Grundrissen, Kostenaufschlüsselung und einer Umfangreichen Baubeschreibung. Einen Baubegleiter* holten wir uns auch gleich an die Seite, er hatte schon den Vertrag geprüft und auch das Baugrundstück beurteilt.

Ein Baubegleiter*, für alle die einem Fertighaushersteller ihr Vertrauen schenken ist im übrigen nicht der Bauleiter* der FirmaXY, der von eben dieser bezahlt wird und auch nicht der "unabhängige Bauüberwacher" der seitens der Firma gestellt wird! Nein, es ist jemand den der Bauherr* selbst aussucht und selbst bezahlt, denn nur dann arbeitet der Baubegleiter* auch im Interesse des Bauherren*. Vertrauen hin oder her, Kontrolle ist besser!

 

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